Gründung
Unter dem Pseudonym Mizaru habe ich 2017 das Projekt 21monkeys gegründet und bis 2022 konzipiert, kuratiert und strukturell weiterentwickelt. Das Projekt ist als langfristiger, offener Prozess angelegt und versteht sich als lernendes System.
Grundidee
21monkeys eröffnet Kunstschaffenden reale Möglichkeiten, ihre Ideen und Arbeiten öffentlich zu erproben und sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt steht nicht die Anpassung an bestehende Erwartungen des Kunstbetriebs, sondern die Entwicklung eigenständiger Handlungsräume. Das Projekt fungiert als experimentelles Modell kollektiver künstlerischer Praxis an der Schnittstelle von Kunst, Öffentlichkeit, Organisation und Vermittlung.
Künstlerische Autonomie
Die Teilnehmenden behalten volle künstlerische Selbstbestimmung. Unterschiedliche ästhetische Positionen, individuelle Arbeitsweisen und persönliche Fragestellungen sind ausdrücklich erwünscht. Es existiert weder eine stilistische Normierung noch eine inhaltliche Vorgabe. Autorschaft bleibt individuell verankert, auch innerhalb kollektiver Prozesse.
Arbeitsprinzipien
21monkeys verbindet individuelles Arbeiten mit kooperativen Strukturen. Einzelne künstlerische Positionen agieren innerhalb eines solidarischen Rahmens, ohne sich einer kollektiven Handschrift unterzuordnen. Unterschiedliche Kompetenzen und Interessen werden gebündelt, ohne Individualität aufzulösen.
Zielsetzung
Ziel ist die Entfaltung kreativer Potenziale sowie die Entwicklung alternativer Formen der Kunst- und Kulturvermittlung. 21monkeys versteht sich als work in progress: Das Projekt verändert sich kontinuierlich durch neue Kontexte, Beteiligte und Fragestellungen.
Verhältnis zum Kunstbetrieb Das Projekt schafft einen bewussten Freiraum gegenüber etablierten Strukturen des Kunstbetriebs. Gleichzeitig bleibt der Bezug zum professionellen Kunstfeld erhalten. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der kritischen Auseinandersetzung mit den bestehenden Strukturen des Kunstbetriebs und auf der Erprobung alternativer Modelle.
Soziale und organisatorische Dimension
21monkeys ist ein Projekt, das Menschen dazu anleitet, sich gegenseitig zu unterstützen, zu kooperieren und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Künstlerische, organisatorische und kommunikative Aufgaben werden nicht delegiert, sondern als integraler Bestandteil der Praxis verstanden. Dadurch entstehen Erfahrungsräume, in denen kollektive Arbeitsformen und individuelle Positionierungen gleichermaßen erprobt werden. Aus dieser Zusammenarbeit soll ein Mehrwert entstehen, der über individuelle Erfolge hinausgeht.
Format und Struktur
Das Projekt bewegt sich zwischen Community Art, Public Art, Relational Art, Social Practice Art, mit einer performativen Struktur. Es arbeitet mit temporären Orten und Räumen und galerieähnlichen Settings. Die einzelnen Projekte reagieren auf lokale Kontexte; Zusammenhalt entsteht durch eine gemeinsame Haltung, nicht durch formale Einheitlichkeit.
Lernen durch Praxis
Ein zentrales Anliegen ist die Befähigung zur selbstständigen Organisation künstlerischer Prozesse in der Öffentlichkeit. Teilnehmende übernehmen kuratorische, organisatorische und kommunikative Verantwortung und reflektieren diese im gemeinsamen Austausch.
Experimenteller Charakter
21monkeys ist ein künstlerisches und soziales Experiment. Es schafft Erfahrungsräume, in denen Menschen lernen, sich in der Öffentlichkeit zu strukturieren und gemeinsam handlungsfähig zu werden.
Soziale Plastik – operatives Verständnis
21monkeys versteht soziale Plastik nicht als Metapher, sondern als praktisches Arbeitsmodell. Gesellschaft wird nicht dargestellt, sondern durch strukturierte Teilhabe real gestaltet.
Die soziale Plastik fungiert als operatives System: ein Gefüge aus Handlungen, Regeln, Rückkopplungen und Eingriffsmöglichkeiten, das reale soziale Prozesse hervorbringt und verändert. Teilnahme wird als schöpferischer Akt verstanden; organisatorische, diskursive und materielle Beiträge sind integraler Bestandteil der künstlerischen Form. Wirkung entsteht durch Vollzug – im gemeinsamen Handeln, Entscheiden und Gestalten.
Demokratische Dimension
Das Projekt fungiert als Erfahrungsraum für demokratische Praxis. Selbstorganisation, Teilhabe und kollektive Verantwortung werden konkret erprobt. Das Projekt bekennt sich ausdrücklich zu den Werten einer offenen, pluralen Gesellschaft und zu einem solidarischen Miteinander. Unterschiedliche Perspektiven und Hintergründe werden nicht nivelliert, sondern als produktive Voraussetzung gemeinsamer Arbeit verstanden. Demokratische Haltung zeigt sich hier als gelebte Praxis, nicht als programmatische Setzung. 21monkeys ist kein abgeschlossenes Modell.
Es ist ein offenes System, das weiterentwickelt, angepasst und erweitert werden kann.
