1. Ansatz
Das Projekt bildet einen strukturierten, modularen Handlungsrahmen, in dem künstlerische, organisatorische und soziale Prozesse real stattfinden und bewusst miteinander verschränkt sind.
2. Erprobung und Erfahrung
Zwischen 2017 und 2022 habe ich 21monkeys als reales Projekt betrieben. Rund 60 Beteiligte arbeiteten in wechselnden Konstellationen zusammen. In dieser Phase wurden Organisationsformen, Ausstellungsrhythmen und Verantwortungsmodelle praktisch erprobt.
Das Projekt basiert somit nicht auf theoretischen Annahmen, sondern auf konkreter Umsetzung und Reflexion realer Praxis.
3. Modulares System
21monkeys ist modular aufgebaut. Einzelne Module können unabhängig voneinander funktionieren, sind jedoch strukturell kompatibel.
Die Module sind skalierbar und an unterschiedliche Kontexte anpassbar (Größe, Dauer, Beteiligte). Während der Fokus zunächst auf künstlerischer Praxis liegt, ist das Projekt so angelegt, dass es perspektivisch auf weitere gesellschaftliche Felder übertragbar ist (z. B. Bildung, Stadt, Nachbarschaft).
4. Ausstellungs- und Arbeitsrhythmus
Die Arbeit ist durch kurze, wiederkehrende Präsentations- und Arbeitsformate im öffentlichen Raum strukturiert. Unterschiedliche Formate – von Einzel- und Gruppenausstellungen bis hin zu temporären, situativen oder spontanen Projektpräsentationen – wechseln sich ab. Der schnelle Auf- und Abbau sowie die wiederholte Konfrontation mit Öffentlichkeit sind bewusst Teil des Lern- und Arbeitsprozesses. Öffentliche Präsentationen fungieren dabei nicht nur als Ergebnisformate, sondern als experimentelle Testfelder, in denen Arbeiten erprobt, befragt und weiterentwickelt werden. Gruppensettings wirken zudem als soziale Verdichtungspunkte und ermöglichen informelle Begegnungen, Austausch und kollektive Reflexion.
5. Verantwortung und Organisation
Künstlerische, organisatorische und kommunikative Aufgaben werden nicht getrennt, sondern als zusammenhängende Praxis verstanden. Verantwortung wird auf mehrere Personen verteilt und transparent organisiert.
Diese Struktur fördert Selbstorganisation, Entscheidungsfähigkeit und das Verständnis für kollektive Prozesse. Langfristig ist eine kleine koordinierende Kernstruktur denkbar, um Kontinuität zu sichern.
6. Funktion für Künstler*innen
21monkeys bietet reale Erfahrungsräume jenseits rein institutioneller Ausbildung. Innerhalb des Projekts sammeln die Teilnehmenden praktische Erfahrungen in Ausstellungspraxis, Organisation und Vermittlung sowie in Formen der Zusammenarbeit und der Übernahme von Verantwortung. Zugleich entstehen Möglichkeiten zu Sichtbarkeit und Vernetzung, die an reale Bedingungen künstlerischer Praxis anschließen. Das Projekt fungiert als Übergangs- und Erprobungsraum zwischen individueller Praxis und professionellen Strukturen, ohne deren Zwänge zu reproduzieren.
7. Offenes System
21monkeys ist kein abgeschlossenes Modell. Es ist als lernendes System konzipiert, das sich an neue Kontexte, Fragestellungen und institutionelle Rahmenbedingungen anpassen lässt.
